Notarielle Beurkundung des Kaufes

Aufgaben des Notars:

Der Kauf einer Immobilie ist ein umfassender Kaufprozess, bei dem nicht einfach nur Schlüssel und Dokumente überreicht, Geld übergeben werden und der Kauf abgewickelt ist. Die Vertragsgegenstände beim Kauf einer Immobilie sind von erheblicher Wichtigkeit und daher mit höchster Sorgfalt und Sicherheit zu vereinbaren. Hierbei kommen die Aufgaben eines Notars in Frage, da er auch bei Kaufverträgen bezüglich Immobilien rechtlich beauftragt werden muss. Er ist zuständig für die juristische Sicherstellung des gesamten Kaufvertrages. Die Vertragsgegenstände müssen klar definiert, lückenlos und juristisch-unanfechtbar verfasst werden. Bei einer Vertragserschließung nimmt er die sog. Beurkundung vor; d.h. das gemeinsame Durchsprechen der Vertragsgegenstände, sowie die im gemeinsamen Einverständnis vorzunehmende Unterschrift.

Einzelaufgaben sind u.a. Folgende:

  • eigene Vorschläge unterbreiten für sachgerechte Regelungen
  • Einsichtnahme ins Grundbuch
  • Anfertigung von Vertragsentwürfen und Einarbeiten von Änderungswünschen
  • Organisation der Abwicklung des notariellen Kaufvertrages
  • sichere und vertrauliche Aufbewahrung des Original-Kaufvertrages
  • Besorgung behördlicher Genehmigungen
  • Stellen von notwendigen Anträgen
  • Beseitigung von Belastungen im Grundbuch, etc.
  • Achtung für ordnungsgemäße Eintragungen im Grundbuch 

Tipps für den Käufer und den Verkäufer:

  • beauftragen Sie als Käufer erst einen Notar, wenn Sie die neue Immobilie gründlich geprüft haben. Wir empfehlen eine mehrmalige Besichtigung des Kaufgegenstandes. Klären Sie möglich auch vorab alle behördlichen Fragen z.B. Bebaubarkeit eines Grundstückes, Bau- oder Altlasten, Grunddienstbarkeiten
  • Klären Sie frühzeitig, also auch vor der Beauftragung eines Notars Ihre Immobilienfinanzierung, Grundschuldeintragung.
  • Wir helfen Ihnen ggf. einen kostengünstigen Finanzierungspartner zu finden. Die Bank wird auch die Immobilie vorab begutachten wollen
  • der Notar ist eine neutrale Instanz, und er ist für beide Seiten gleichermaßen da. Auch wenn in der Regel der Käufer den Notar bezahlt, muss er generell neutral sein
  • Für seine Dienstleistung der Beurkundung und aller notwendigen Vor- und Nacharbeiten, und Formalitäten, erhält er ein Honorar, was gesetzlich nach der Gebührenordnung für Notare festgelegt ist. Es gibt dabei keine finanzielle Verhandlungsmöglichkeit
  • verlangen Sie als Käufer vom Notar vorab die Einsichtnahme ins Grundbuch, er kann Sie dann ggf. aufklären über rechtliche Lasten, z. B. Wegerecht des Nachbarn oder anderer Belastungen
  • die Parteien erhalten mit dem Vertragsentwurf vom Notar eine mindestens zweiwöchige Frist bis zum Beurkundungstermin, d.h. Sie sollten alle Vertragsgegenstände für sich in Ruhe nachprüfen können. Das ist vor allem dann zwingend notwendig, wenn mindestens eine Firma als Vertragspartei oder auch ein Makler als Vermittler auftrat. Änderungswünsche im Vertragsentwurf teilen Sie möglichst schriftlich dem Notar mit
  • der Notar darf für keine Partei vorab oder im Nachgang der Beurkundung eine Rechtsberatung durchgeführt haben. Sollten Sie spezielle Rechts- Wirtschafts- oder Steuerfragen haben, müssen Sie einen unabhängigen Rechtsanwalt oder anderen Dienstleister beauftragen. Mitunter ist auch die Konsultation seines Steuerberaters angebracht
  • Sollten Ausländer eine Vertragspartei sein, empfehlen wir grundsätzlich zusätzlich einen Rechtsanwalt zu konsultieren, da ggf. andere Rechtsvorschriften der Vertragspartei gelten
  • der Notar nimmt den Vertragsparteien die Aufgaben ab, gerichtliche, behördliche und private Erklärungen zu beschaffen und erforderliche Anträge zu stellen. In diesen Fällen sollten Sie den Notar selbstständig agieren lassen
  • beide Vertragsparteien haben bei Bedarf die Möglichkeit auf die besonders sichere Zahlungsmethode einer Einzahlung auf das sog. „Notaranderkonto“. Das Geld wird dann nicht direkt an den Verkäufer, sondern über ein Konto des Notars gezahlt, wobei das Geld aber natürlich dem Verkäufer gehört. Auch wenn diese Methode etwas „aus der Zeit ist“, haben Sie trotzdem die Möglichkeit, dieses Konto über den Notar einrichten zu lassen
  • für die Vertragsschließung sollte deutlich festlegt sein, welche einzelnen Bestandteile der Immobilie mit verkauft werden, z.B. Einbauküche, Sat.- Anlage, usw. Dadurch vermeiden Sie im Nachgang unter Umständen großen Ärger
  • der Käufer gilt erst dann als Eigentümer der gekauften Immobilie, wenn er auch als solcher ins Grundbuch eingetragen wurde. Er darf jedoch schon vorher die Immobilie wie ein Eigentümer nutzen und mit allen Erträgen, sowie Kosten tragen, sofern der Kaufpreis bezahlt ist. Die Vormerkung im Grundbuch ist dafür die Voraussetzung
  • die endgültige Umschreibung im Grundbuch erfolgt erst bei Vorliegen des Kaufbelegs
  • die Schlüssel für die Eigentumswohnung oder das Einfamilienhaus geben Sie bitte als Verkäufer an den Käufer erst heraus, wenn alle rechtlichen und finanziellen Fragen geklärt sind
  • Treffen Sie keine Scheingeschäfte oder Nebenabreden zwischen den Parteien außerhalb des Kaufvertrages, dieses kann ggf. Ärger auf privater, aber auch juristischer Ebene nach sich ziehen